Hansen, Eric T.: Forbetter Your English: Der etwas andere Sprachkurs – Ein Insider erklärt die Fallstricke und Feinheiten der englischen Sprache

Forbetter Your English“ ist ein mehr oder weniger humorvoller Exkurs des Amerikaners Eric T. Hansen über die gängigsten Fehler und Fallen, in die Deutsche beim Umgang mit der englischen Sprache seiner Erfahrung nach tappen. Ich schreibe mehr oder weniger, weil ich persönlich leider ziemlich enttäuscht war von diesem Büchlein.

Englisch ist für mich seit Jahren fester Bestandteil meines Alltags, auch außerhalb des Anglistik/Amerikanistik-Studiums. Englisch gehört einfach dazu. Ich gucke Serien und Filme auf Englisch, lese Bücher auf Englisch, spiele Spiele auf Englisch und unterhalte mich nicht selten mit anderen Leuten auf Englisch. Es gibt Tage, da habe ich mehr Kontakt mit der englischen Sprache als der deutschen, Tage, an denen ich auf Englisch denke und träume und nicht selten liegen mir erst die englischen Begriffe auf der Zunge, bevor mir die passenden Worte auf Deutsch einfallen. Es mag eingebildet klingen, aber beim Lesen von „Forbetter Your English“ habe ich mich immer wieder gefragt, ob mein Englisch nicht vielleicht einfach zu gut ist, ich zu sehr in dieser Sprache drin bin, um die Beobachtungen des Autors tatsächlich erheiternd statt ermüdend zu finden.

Allerdings hatte das Buch, wenn ich ehrlich bin, schon verloren, bevor ich in dem Part ankam, in dem die Standard-Verwechselung à la become ≠ bekommen & Co. abgehandelt wurden. Denn zu Beginn erzählt Eric T. Hansen erst einmal ein paar (autobiographische?) Schwänke, in denen Missverständnisse zwischen deutscher und englischer Sprache für interessante Ergebnisse sorgen. Meine erste Reaktion war … nicht begeistert:


Nun, es ging nicht die nächsten 150+ Seiten so weiter, aber es war halt ein für meinen Geschmack denkbar ungünstiger Einstieg, mit einem sehr flachen (sexistischen) Humor, der mir schon beim ersten Beispiel auf die Nerven gegangen ist, und der leider im Verlauf des Buchs nicht besser geworden ist.

Und auch sonst fand ich „Forbetter your English“ halt leider einfach wesentlich uninteressanter, als ich erwartet hätte. Die aufgelisteten Fehlerquellen waren für mich zum allergrößten Teil altbekannt und nichts, dem ich im Alltag wirklich begegne – außer vielleicht hier und da mal beim Nachhilfeunterricht. Aber sonst? Dass sensible ein falscher Freund ist, football in UK und US nicht der selbe Sport und man sich als non-native-speaker von Slang fernhalten sollte, weil man sich damit nicht nur schnell lächerlich macht, sondern auch als hochgradig rassistisch abstempelt, ist einfach keine große Überraschung und nichts, was man nicht schon lange weiß, wenn man Erfahrung mit der englischen Sprache hat.

Das klingt jetzt alles ziemlich übel und der ‚Humor‘ des Buchs ist meiner Meinung nach auch ein No-Go, aber sonst ist Eric T. HansensForbetter Your English“ eigentlich ganz okay. Für Leute, die nicht so viel oder nur sehr casual Kontakt mit der englischen Sprache haben, gibt es sicherlich einige interessante Hinweise und Erklärungen zu den Unterschieden nicht nur zwischen deutscher und englischer Sprache, sondern auch britischem und amerikanischem Englisch und zu den unterschiedlichen kulturellen Konzepten, die mindestens ebenso häufig für Irritationen sorgen, wie die Sprache selbst.

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♥ Rezensionsexemplar ♥
Forbetter Your English von

Genre: ,
Verlag: , Oktober 2017
ISBN: 9783453604469, taschenbuch, 192 Seiten
Mehr Infos zum Buch beim Verlag

Inhaltsangabe:
Wie leicht man als Deutscher bei einer englischen Unterhaltung in Fettnäpfchen tappen kann, zeigt der amerikanische Sprachwissenschaftler Eric T. Hansen auf humorvolle Weise in kurzen, pointierten Geschichten. So ist es kein Wunder, dass ein Kellner irritiert reagiert, wenn ein Gast darauf besteht, die Speisekarte zu essen, indem er sagt: "I'll have the menu." Auch die Frage nach der Toilette "Where's the toilet, please?" kann peinlich enden. Denn ein Native Speaker hat darauf nur eine logische Antwort: "Da, wo sie hingehört – im Badezimmer natürlich."

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