Harrison, Kim: Der Wandel

Kim Harrisons Urban Fantasy „Rachel Morgan“/“The Hollows“-Romane gehören zu meinen absoluten Lieblingsserien. Mit dem Auftakt ihrer neuen, futuristischen „Peri Reed“-Reihe konnte mich die Autorin hingegen leider nicht überzeugen. Umso mehr habe ich mich über diesen Ausflug zurück in die Hollows gefreut, den Kim Harrison mit dem Prequel „Der Wandel“ vorlegt.

In den „Rachel Morgan“-Romanen wird der Leser in eine Welt eingeführt, in der übernatürliche Kreaturen wie Hexen, Vampire, Werwölfe und Elfen offen neben den Menschen leben, seit diese durch ein von Tomaten übertragenes Virus stark dezimiert wurden und sich. In „Der Wandel“ reisen wir zurück in die 1960er Jahre und erleben an der Seite der Protagonisten, wie es dazu kommen konnte.

Und man trifft auch direkt auf Charaktere, die einem irgendwie bekannt vorkommen: Die beiden Elfen und Wissenschaftler Trisk und Kal stehen nämlich im Zentrum der Geschichte und letzterer ist der Vater von Trent, der Lesern der „The Hollows“-Romane wohlbekannt ist. Auch sonst gibt es hier und da Auftritte von Figuren, die einem entweder selbst schon begegnet sind oder deren Kinder man aus der Hauptserie kennt.

Es dauert allerdings eine Weile, bis die Geschichte wirklich Fahrt aufnimmt, denn erst Anfang zieht sich doch ziemlich und Schwung kommt erst in die Sache, nachdem das Virus anfängt Probleme zu bereiten. Und auch dann hat sie durchaus ihre Schwächen, wer die „Rachel Morgan“-Reihe kennt, wird wissen, dass Kim Harrisons Schreibstil alles andere als frei von Längen und Klischees ist. Meiner Meinung nach wird der stellenweise augenrollen-induzierend abgedroschene Schreibstil aber ausreichend oft durch spannende, faszinierende Stellen abgelöst, dass er insgesamt doch gut auszuhalten ist.

Auch die Charaktere haben mich überzeugen können. Anders als in den „Rachel Morgan“-Romanen gibt es hier nicht nur keinen Ich-Erzähler sondern auch immer wieder POV-Wechsel, sodass man die Geschichte immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln sieht und dadurch auch den einzelnen Figuren näher kommt. Dabei sind bei weitem nicht alle Figuren sympathisch. Während Trisk, die sich in einem klar von Männern dominierten Berufsfeld immer wieder beweisen muss, manchmal etwas nervig ist, ist Kal eindeutig einer dieser Charaktere, die man mit voller Leidenschaft hassen kann. Dazu kommen noch einige andere Figuren, unter anderem der menschliche Wissenschaftler Daniel, eigentlicher Erschaffer des Virus, oder auch eine wundervolle Pixie, die vielleicht sogar mein Lieblingscharakter in diesem Roman ist.

Alles in allem ist Kim Harrisons „Der Wandel“ ein tolles Prequel zur „Rachel Morgan“/“The Hollows“-Reihe, das sowohl für Fans der Serie als auch Neueinsteiger bestens geeignet ist. Der Roman hat seine Schwächen, darunter vor allem den recht langsamen Anfang und einen teils abgedroschen wirkenden Schreibstil, konnte mich aber dennoch fesseln und begeistern, weshalb es von mir auch fünf Herzen und eine dicke Empfehlung für alle Urban Fantasy Fans gibt.

Für Fans von…

  • Kim Harrisons „Rachel Morgan“-Romanen
  • Urban Fantasy mit Elfen, Magie & Co.

Was andere Blogger sagen:

Steffi von angeltearz liest

Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier ?

1
♥ Rezensionsexemplar ♥
Der Wandel (, ) von

The Turn: The Hollows Begins with Death, übersetzt von
Genre: ,
Verlag: , August 2017
ISBN: 9783453318748, taschenbuch, 592 Seiten
Mehr Infos zum Buch beim Verlag

Inhaltsangabe:
Wir schreiben das Jahr 1966: Eine genmanipulierte Tomatensorte soll die Lösung für die Hungersnöte dieser Welt bringen. Niemand ahnt jedoch, dass diese Tomaten die Träger des T4-Angel-Virus sind, das die Menschen in rasender Geschwindigkeit dahinrafft. Immun sind einzig die magischen Völker: Hexen, Vampire, Werwölfe und Elfen – der Wandel hat begonnen! Den beiden Wissenschaftlern Trisk und Kal ist klar, dass nur die magischen Wesen die Menschheit vor dem Aussterben bewahren können. Doch warum sollten diese ausgerechnet dem Volk helfen, das sie über Jahrhunderte hinweg brutal verfolgte?

8 Kommentare zu “Harrison, Kim: Der Wandel

    1. Hi Janna,

      ja, ich kann deine Unsicherheit verstehen. Ich fand das Buch zwar sehr gut, war aber halt auch ein riesiger Fan der Reihe und ich weiß nicht, ob man als Neuling beim Lesen so über die Kritikpunkte hinwegt geht, wie das bei mir der Fall war, weil ich sie halt größtenteils nicht anders erwartet hatte …
      Die Cover der ganzen Reihe sind übrigens in diesem Stil 😄

      Liebe Grüße
      Rike

      1. Ja toll … nicht hilfreich *lach
        Ich wird mal gucken welche weiteren Meinungen ich finde – nur wegen des Covers kaufen ist ja schon etwas gaga 😀 (ist ja nicht so, das ich sowas nicht schon gemacht hätte *lach)

        By the way: welches Plugin nutzt du für die Kommentarfunktion?

        1. Long live the Coverkauf! 😂

          Das Plugin ist das, was mit aktivierten Jetpack-Kommentaren offenbar nicht funktioniert und bei dem man aus dem Backend nicht mehr kommentieren kann – sobald ich wieder am Laptop bin, wird das deaktiviert und ein neues gesucht 🙄 (super hilfreich, I know!)

  1. Es ist halt wirklich nervig, dass ich nicht mehr über das Backend kommentieren kann, weil abgesehen davon ist es super 😕 Und man sollte meinen, dass ich mit meiner eigenen Datenschutzerklärung grundsätzlich einverstanden bin 😅 Aber bis Mai ist ja zum Glück noch Zeit und bis dahin wird es ja hoffentlich ein paar passende Plugins geben 😬

    (Und ich merke gerade, dass ich die Ebenen-Darstellung für Kommentarantworten mal überarbeiten könnte 🤔)

      1. Ja, wahrscheinlich, die wollen ihre europäischen Nutzer ja auch nicht alle plötzlich verlieren ^^ Werde mich da jetzt auch nicht in Verzweiflung stürzen, nur hier und da mal Alternativen ausprobieren 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.