Tausende bunte Steinchen: 60 Jahre LEGO

Heute vor 60 Jahren – also über 30 Jahre nachdem der Däne Ole Kirk Christiansen die Firma LEGO gegründet hatte – wurde das Patent auf die kleinen, bunten Plastiksteinchen, die heute wohl jedes Kind kennt, angemeldet. Auch bei der Bruderkröte und mir waren LEGOs ein wichtiger Bestandteil unserer Kindheit – und im Fall der Kröte sind sie mittlerweile wieder eine große Leidenschaft.

Angefangen hat das schon ganz früh, mit DUPLO – große Steine, bunte Tiere, perfekt um es sich damit auf dem Couchtisch bequem zu machen. Wie früh, sieht man an diesem Wunschzettel, der zwar leider nicht datiert ist, aber in einem Fotoalbum von 93/94 steckt – da waren die Kröte und ich also 0/fast 3 bzw 1/fast 4 und es sollte für ihn DUPLO, für mich LEGO geben  – vermutlich. Ist ja nicht gerade offensichtlich, was hier für wen ist und ausgehend vom Alter war vielleicht auch einfach alles für mich? ?

Irgendwann kam dann der Umstieg auf LEGO und die Kröte und ich gingen erstmal getrennte Wege, denn während DUPLO damals, soweit ich mich erinnern kann, noch nicht gegendert war und wir beide mit den selben Dinos & Co gespielt haben, gab es danach eine klare Trennung in Mädchen- und nicht-Mädchen-LEGO und ich hatte daher – neben dem einen oder anderen normalen LEGO-Set – erst Belville – wird wohl seit 2009 nicht mehr produziert, ähnelte aber dem, was heute LEGO Friends heißt -, dann Scala – eine Art LEGO-fiziertes Barbie-System, das es seit 2001 nicht mehr gibt.

Klein-Hannah mit LEGO Belville im Urlaub 1995

Allerdings kamen dann ja auch schon die ersten Harry Potter Sets auf den Markt – und die waren sowohl für die Bruderkröte als auch mich so interessant, dass wir unseren damaligen Dauer-Streit-Zustand lange genug unterbrochen haben, um gemeinsam so lange zu sparen, bis wir uns Hogwarts kaufen konnten. Dazu kamen dann nach und nach einige andere Sets, darunter auch Star Wars und Co. aber parallel dazu hatte auch mein größtes Hassobjekt unserer persönlichen LEGO-Geschichte seinen Auftritt:

LEGO Bionicle. Eine komische LEGO Technik Version, die aus ausgeklügelten Figuren bestand, für die mein Bruder mit großer Begeisterung „Spinnennetze“ zum Spielen gebaut hat – er hat also Wollknäule aus dem Strickkorb unserer Mutter geklaut und quer durch sein Zimmer gespannt. Großartig, wenn man ein Durchgangszimmer hat und ein perfekter Auslöser für erbitterten Streit, wenn die große Schwester, deren Zimmer nun mal hinter dem Spinnennetz liegt, sich immer und immer wieder mit einer Schere daran vergreift.

Irgendwann war aber auch die Phase vorbei und LEGO hat insgesamt einiges an Faszination verloren – für beide von uns. Mein LEGO haben wir nach und nach auf dem Flohmarkt verkauft, das der Bruderkröte staubte zwischen allerlei Müll in den alten Kinderzimmern vor sich hin … Bis LEGO dann plötzlich wieder interessant wurde – und wir die Wohnung renoviert haben und unsere ehemaligen Zimmer entgültig ausräumen und ausmisten mussten. Tausende staubige bunte Steinchen erst vom Müll zu trennen und dann nach Farben zu sortieren, macht übrigens nur mäßig viel Spaß.

Jedenfalls: LEGO wurde wieder interessant. Was möglicherweise auch damit zusammenhängt, dass wir mit Anfang 20 dann doch auch hier und da die Möglichkeiten hatten, uns die größeren, ausgefalleren Sets zu kaufen, die wir als Kinder niemals bekommen hätten.

Und irgendwie ist dabei dann aus dem ehemaligen Kinderzimmer nicht einfach nur ein Gästezimmer geworden, sondern auch die Heimat unserer LEGO-Sammlung, die sich mittlerweile auf allen verfügbaren Oberflächen verteilt hat und der so langsam doch tatsächlich der Platz ausgeht.

Die Bruderkröte ist eindeutig der größere LEGO-Fan von uns und derjenige, dem der größere (und vor allem teurere) Teil der Sammlung gehört, aber zwischen Star Wars und Batman Modellen findet sich dann doch auch das eine oder andere Stück, das mir gehört, wie z.B. der VW Bus.

Das Highlight ist aber eindeutig die Stadt, die mitten im Raum wächst: Seit ein paar Jahren sammelt die Kröte nämlich die Sets der LEGO Expert Reihe „Bauen mit Modulen“ – Häuser im Minifiguren-Maßstab, von denen seit 11 Jahren jährlich ein Neues erscheint. Leider fehlen die beiden ältesten Modelle, die es mittlerweile eigentlich nur noch für Preise im vierstelligen Bereich gibt. Dafür eignet sich die Stadt aber ganz hervorragend, um immer mal wieder einzelne Minifiguren darin zu verstecken – immerhin ist er auch mit Mitte 20 noch mein kleiner Bruder, den ich irgendwie ärgern muss und manchmal heißt das halt, dass ich einen LEGO-Batman im rosa Tutu kaufe und in der Ballettschule aufbaue oder die Grinsekatze in der Zoohandlung platziere, Chewbacca plötzlich im Kino sitzt oder Daleks die Stadt erobern ?

Das Schmuckstück in Bruderkrötes LEGO-Sammlung

Habt ihr LEGO zuhause? Sammelt ihr einzelne Serien oder einfach die Modelle, die euch gerade gefallen? Oder ist das für euch einfach nur Kinderkram?

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6 Kommentare zu “Tausende bunte Steinchen: 60 Jahre LEGO

  1. Natürlich haben wir früher auch mit Lego gespielt! Ich glaube, es gibt wohl kaum ein Kind, das das nicht getan hat 😉 Allerdings blieb es für mich auch eine Kindheits-Sache, mittlerweile ist es nichts mehr für mich.

    Ich hatte übrigens immer nur „normales“ Lego, mit Belville konnte ich nichts anfangen 😉

    1. Ha, ich kenne erstaunlich viele Playmobil-Kinder, die tatsächlich mehr oder weniger ohne Lego großgeworden sind – sehr traurige Geschichten allesamt ?

      Ja, heutzutage frage ich mich auch, wie ich Belville – und vor allem Scala – jemals besser finden konnte als normales Lego. Aber ich weiß auch nicht, in wie weit das von mir oder meinen Eltern ausging. Und wahrscheinlich wollte ich einfach anders sein, als die Bruderkröte (und was Barbie-mäßiges haben ?)

      1. Ich glaube, Playmobil hatten wir nie… ich möchte es nicht beschwören, aber ich kann mich nur an Duplo und Lego erinnern.

        Als ich noch regelmäßig mit Lego gespielt habe, gab es diesen ganzen Mädchen-Kram noch gar nicht. Was dann wohl dafür spricht, dass ich eben doch etwas älter bin als ihr *gg*

  2. Was eine Sammlung! Und das Batmobil! 😱
    Als Kinder haben wir auch viel Lego gespielt, allerdings bei den Nachbarskindern, da wir selbst keines hatten. Aber das war immer toll.
    Ich selbst hab das Interesse wohl komplett verloren – wobei ich mich trotzdem noch begeistern kann, um mit den Nichten und Neffen zu spielen oder solche großartigen Aufbauten wie bei dir zu bewundern – mein Menne, sammelt sich aber gerade die ganzen Star Wars Raumschiffe zusammen. 🙂

    1. Das Batmobil ist echt super 😀 Und mit den Star Wars Sachen liebäugelt die Bruderkröte auch immer wieder, aber die sind ihm dann doch noch ein Stück zu teuer (und Platz ist eigentlich auch keiner mehr da 😅).

      1. Das mit dem Platz und Preis ist tatsächlich auch bei uns immer der Haken. Einige wurden schon zusammengespart oder bekam er als Geschenk, aber das größte Objekt der Begierde (der Todesstern) ist echt ein Klopper. Preislich, als auch dass man den Platz dafür finden muss. 😀

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