Chambers, Becky: Record of a Spaceborn Few

Meine Meinung zu den bisherigen Wayfarers-Büchern:

  • The Long Way to a Small, Angry Planet (Wayfarers #1) 💖💖💖💖💖💖
  • Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten (Wayfarers #1, deutsche Übersetzung) 🧡🧡🧡🧡🧡
  • A Closed and Common Orbit(Wayfarers #2) 💖💖💖💖💖💖
  • Zwischen zwei Sternen (Wayfarers #2, deutsche Übersetzung) 🧡🧡🧡🧡🧡

Seht ihr das Muster? ? Ich habe Band 1 zuerst auf Deutsch gelesen und fand es großartig, aber dann, als ich das Original gelesen habe, festgestellt, dass es auf Englisch sogar noch besser ist. Band 2 hingegen habe ich direkt im Original gelesen und auch wenn es ganz anders ist, als der erste Teil, fand ich es ebenso großartig. Die Übersetzung, die ich später gelesen habe, hat aber meine Meinung bestätigt: Auf Deutsch sind die Bücher immer noch gut, aber einen ganzen Tacken weniger toll als auf Englisch. 

Und dann kam der lang ersehnte dritte Teil von Becky Chambers „Wayfarers“-Serie, „Record of a Spaceborn Few“. Und naja … Eins vorweg: Ich fand den Roman nicht schlecht, wirklich nicht. Aber im Vergleich zu den ersten beiden Teilen und damit im eben auch im Vergleich zu dem, was ich erwartet habe? Da konnte er leider wirklich nicht so richtig mithalten und ich habe sogar kurz überlegt, ob ich ihm nicht vielleicht sogar nur drei Herzen geben sollte.

Für mich hatte „Record of a Spaceborn Few“ mehrere Probleme, die aber alle auf ein großes Gesamtproblem hinauslaufen: Der Roman war weit weniger faszinierend und fesselnd als seine Vorgänger. Der Schreibstil ist nach wie vor gut und Becky Chambers versteht es einfach ihr Space Setting lebendig werden zu lassen. Man merkt ihr ihre Begeisterung für Technik, die innerhalb der Welt, die sie geschaffen hat, (fast) immer schlüssig und glaubwürdig wirkt, ebenso an, wie die für die psychologischen Aspekte ihrer Geschichten. Das ist auch hier wieder der Fall, trotzdem konnte es mich nicht überzeugen, denn:

Es gibt zu viele Perspektiven, die zu ähnlich sind. Auch Becky Chambers vorherige Romane, vor allem aber „A Close and Common Orbit“, sind super Charakter-lastig. Mit einem großen Unterschied: Da funktioniert es! In „Record of a Spaceborn Few“ gibt es fast ein halbes Dutzend Perspektiven, die gesamte Geschichte ist dadurch sehr fragmentarisch. Sämtliche Figuren, bis auf einen Wissenschaftler, dessen Forschungsberichte die Perspektiven ergänzen, sind menschlich. Es fehlt das Miteinander der verschiedensten Kulturen, 

Das Setting des Romans ist interessant, wird aber schnell eintönig. „Record of a Spaceborn Few“ spielt auf einem der Generationsschiffe der Exodus Flotte, mit der die Menschheit damals die ruinierte Erde hinter sich gelassen hat. Das Ironische an der Sache ist ja, dass es unter anderem darum geht, wie die Menschheit mit der Monotonie umgegangen ist, die das Leben in den Schiffen, die durch die (erstmal) scheinbar leere und ewige Weiten des Weltalls ziehen, mit sich gebracht hat.

Der Plot ist quasi nicht-existent. Wie gesagt, auch die vorherigen Romane wurden vor allem von ihren Charakteren und deren Entwicklungen und weniger vom Plot getrieben, aber sie hatten zumindest einen. „Record of a Spaceborn Few“ hat so gut wie keinen bzw. geht das, was man hier vielleicht als Plot bezeichnen könnte, schnell im häufigen Perspektivwechsel unter. Also wenn man es einmal gefunden hat. Denn der Einstieg in den Roman ist leider auch nicht gerade einfach.

Das klingt jetzt super negativ, dabei war es so schlimm wirklich nicht. Vor allem, weil vieles von dem, was mich gestört hat, gleichzeitig irgendwie zu dieser Geschichte, zur Exodusflotte, ihrer Historie und ihren Bewohnern, passte. Und es ist eben eigentlich genau das, was der Titel verspricht: Es ist ein „Record of a Spaceborn Few“. Eine Handvoll Einblicke in das Leben einiger Menschen, Momentaufnahmen, die nicht direkt zusammenhängen, aber trotzdem verschiedene Perspektiven auf ein und das selbe Gesamtkonzept bieten: Das Leben in den Generationsschiffen.

Genau wie „The Long Way to a Small, Angry Planet“ und „A Closed and Common Orbit“ ist auch Becky Chambers dritter Roman „Record of a Spaceborn Few“ wieder relativ speziell. Leider war es dieses Mal nicht so ganz mein Ding, ich bin aber weiterhin ein großer Fan der „Wayfarers“ und schon sehr gespannt auf mögliche weitere Bände oder andere Werke der Autorin!

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Mehr zur Rezension

Record of a Spaceborn Few (Wayfarers #3)
von Becky Chambers

💛💛💛💛

erschienen bei Hodder & Stoughton, Juli 2018
358 Seiten, gebunden
ISBN: 9781473647602

Kategorien: Rezensionen
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    Ob wirklich schlecht oder einfach nicht der richtige Zeitpunkt: Dieses Buch habe ich abgebrochen
    💜
    Das war eindeutig nicht mein Buch. Aber so gar nicht.
    💙💙
    Überzeugen konnte mich dieses Buch leider nicht, auch wenn es gute Ideen hatte.
    💚💚💚
    So lala. Dieses Buch war weder gut noch schlecht und wahrscheinlich werde ich es nächste Woche wieder vergessen haben.
    💛💛💛💛
    Dieses Buch war ziemlich gut, aber ein paar Kleinigkeiten haben mich doch noch gestört.
    🧡🧡🧡🧡🧡
    Wirklich, wirklich gut. An dem Buch gab es quasi nichts, das mich gestört hat.
    💖💖💖💖💖💖
    Sooo gut! Ein Buch, das direkt ins Allzeit-Lieblingsbücher-Regal gewandert ist.

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