Berry, T.J.: Five Unicorn Flush

SPOILERS AHEAD!
Spoiler für Band #1 „Space Unicorn Blues

Mit „Five Unicorn Flush“ setzt TJ Berry ihre Reihe rund um das Halbeinhorn Gary Cobalt und die Kapitänin Jenny Perata. Dabei ist die Fortsetzung genauso weird und amazing wie „Space Unicorn Blues“ – was anderes wäre auch seltsam bei einer Geschichte, in der Einhörner im Weltall unterwegs sind. Wobei nach den Ereignissen von Band 1 die Bala – die magischen Wesen, die von den Menschen gejagt und versklavt wurden – nicht im Weltall unterwegs sind, sondern einen neuen Planeten fernab der Menschheit bewohnt. Oder versucht ihn bewohnbar zu machen, denn so ganz glücklich sind sie ohne TV-Shows und Coffeeshops nicht – auch wenn niemand sie mehr versucht ihre Körperteile zu ernten – und Gary versucht verzweifelt einen Bürgerkrieg abzuwenden. Gleichzeitig ist Jenny auf der verzweifelten Suche nach ihrer Frau und damit nach dem neuen Bala Planeten.

Was ich an der Welt von „Space Unicorn“ so sehr liebe, ist die völlig selbstverständliche Diversität. Und damit meine ich nicht, dass TJ Berry eine faszinierende SciFi Welt mit ebenso faszinierenden magischen Kreaturen bevölkert hat. Sondern dass hier Menschen mit verschiedensten Hintergründen mitspielen, es Beziehungen aller Art gibt und Menschen wie Bala mit Behinderungen genau so dazu gehören wie alle anderen. Und Jenny, lesbisch, mit Māori Wurzeln und Rollstuhlnutzerin, ist eine wundervolle Protagonistin.

Neben Gary und Jenny kehren noch eine ganze Reihe von Charakteren aus dem ersten Band zurück und es gibt erneut eine Reihe von verschiedenen Perspektiven. Trotz der Vielzahl an Figuren schafft TJ Berry es erneut, jedem Charakter eine eigene Stimme zu geben und sie weiterzuentwickeln. Die Geschehnisse des ersten Bandes haben Konsequenzen und die Charaktere sind nicht mehr dieselben, die sie zu Beginn von „Space Unicorn Blues“ waren. Im Zentrum der Handlung stehen natürlich immer noch Jenny und Gary, aber um sie herum gibt es eben alte Bekannte und faszinierende neue Figuren – einen Elfengeistparasit, AIs, Space Kannibalen … Die Zusammensetzung des character cast ist in absolut jeder Hinsicht vielfältig und bunt gemischt.

In „Five Unicorn Flush“ verschiebt sich allerdings der Fokus etwas weg von Gary und hin zu Jenny, was ich großartig fand. Ja, Garys Storyline auf dem Bala Planeten war definitiv auch spannend und sehr gut geschrieben, aber die Szenen mit Jenny waren in diesem Band meine klaren Favoriten. Ich mag Jenny als Charakter einfach sehr und es ist immer wieder großartig zu lesen, wie TJ Berry Elemente aus der Māori Kultur einwebt und wie sie mit Jennys Rollstuhl umgeht: der ist nichts, an das die Kapitänin gefesselt ist und wenn es mal Probleme gibt, liegt das weniger am Rollstuhl als viel mehr an mangelnder Barrierefreiheit.

Die Geschichte selbst ist zum einen unglaublich unterhaltsam, voller Humor und Szenen, bei denen ich laut lachen musste, zum anderen aber auch voller Spannung und ernster Momente. Auf ihrem neuen Planeten stehen die Bala vor einer Existenzkrise, Gary verzweifelt an immer größeren Problemen, Jennys Suche nach den Bala ist alles andere als risikoarm und dann ist da noch der Rest der Menschheit – der nichts lieber möchte, als die Bala wiederzufinden und weiter auszubeuten. The stakes are high!

Eine Sache gab es allerdings, die mich dann doch gestört hat: Das Ende. Ich hoffe wirklich sehr, dass es noch einen weiteren Band in der „Space Unicorn“ Reihe geben wird, denn das Ende von „Five Unicorn Flush“ war für mich wirklich kein besonders guter Abschluss. Trotzdem: Sowohl „Space Unicorn Blues“ als auch „Five Unicorn Flush“ kriegen von mir eine ganz, ganz dicke Empfehlung! Wundervolle Space Opera, voller faszinierender Charaktere, großartig geschrieben und gleichermaßen spannend, humorvoll und emotional.


Für Fans von …

  • weird & fantastic SF/F
  • super diverse Space Opera
  • Einhörner im Weltall?

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Mehr zur Rezension

Five Unicorn Flush (Space Unicorn #2)
von T.J. Berry

💛💛💛💛

erschienen bei Angry Robot, Mai 2019
400 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 9780857667830

Kategorien: Queergelesen, Rezensionen
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    Ob wirklich schlecht oder einfach nicht der richtige Zeitpunkt: Dieses Buch habe ich abgebrochen
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    Überzeugen konnte mich dieses Buch leider nicht, auch wenn es gute Ideen hatte.
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    So lala. Dieses Buch war weder gut noch schlecht und wahrscheinlich werde ich es nächste Woche wieder vergessen haben.
    💛💛💛💛
    Dieses Buch war ziemlich gut, aber ein paar Kleinigkeiten haben mich doch noch gestört.
    🧡🧡🧡🧡🧡
    Wirklich, wirklich gut. An dem Buch gab es quasi nichts, das mich gestört hat.
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    Sooo gut! Ein Buch, das direkt ins Allzeit-Lieblingsbücher-Regal gewandert ist.

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