Mord und Magie in Edwardian Non-England: Witchmark von CL Polk

So, ich habe Witchmark jetzt direkt mehrfach gelesen: Erst auf Englisch, dann auf Deutsch und zum Abschluss habe ich nochmal beide nebeneinander quergelesen, weil es doch schon etwas her war und ich meine Erinnerungen nochmal auffrischen wollte.

So, ich habe Witchmark jetzt direkt mehrfach gelesen: Erst auf Englisch, dann auf Deutsch und zum Abschluss habe ich nochmal beide nebeneinander quergelesen, weil es doch schon etwas her war und ich meine Erinnerungen nochmal auffrischen wollte. Daher kann ich auch direkt zum Start schon mal sagen: Die Übersetzung von Michelle Gyo ist nicht schlecht. Aber sie war leider auch wirklich nicht mein Ding. Das lag größtenteils an einem einzigen Wort und es tut mir wirklich leid, dass ich nicht darüber weggekommen bin, aber ich konnte mich einfach nicht damit anfreunden.

C.L. Polks Debütroman „Witchmark“ – im Deutschen „Witchmark: Die Spur der Toten“ – ist der erste von zwei (?) Teilen des „Kingston Cycles“, einer Fantasystory, die in einer magischen Welt spielt, die ans Edwardian England angelehnt ist. Im ersten Teil steht Miles Singer im Zentrum der Handlung, im zweiten Teil „Stormsong“, der in ein paar Wochen erscheint, seine Schwester Grace. Beide Bände haben eine queere Romance, Band 1 ist also m/m, Band 2 f/f – es gibt aber zum Glück mehr also nur eine Romantikhandlung, sonst wäre „Witchmark“ aber vermutlich auch nicht meine Art von Buch gewesen.

Die Singer Geschwister leben, wie schon gesagt, in einer Gesellschaft, die an das Edwardische England, also frühes 20. Jahrhundert, angelehnt ist. In dieser Gesellschaft läuft das Leben der oberen Schicht nach klaren Regeln ab: Diejenigen, die Wettermagie haben, stehen an der Spitze, diejenigen, die andere, weniger „nützliche“ Magie haben, müssen ihnen als Kraftquellen dienen – für die freie Entfaltung ihrer Fähigkeiten bleibt da kein Raum. Miles, der über die Fähigkeit zu Heilen verfügt, wollte sich seinem vorhergesehenen Schicksal nicht unterordnen und ist als junger Mann der Armee beigetreten.

Nun ist er zurück und arbeitet, unter einem anderen Namen, als Arzt ist einem Veteranenkrankenhaus. Seine Fähigkeiten muss er dabei versteckt halten, denn Magie darf nur von der Oberschicht genutzt werden. Als aber plötzlich ein mysteriöser Mann einen tödlich verwundeten Hexer zu Miles bringt, sieht der seine gesamte, so sorgsam aufgebaute neue Identität in Gefahr. Denn nicht nur, dass der Hexer Miles als seinesgleichen erkennt und ihn mit seinen letzten Worten bittet, seinen Mörder ausfindig zu machen, auch der mysteriöse Gentleman scheint um Miles‘ magische Fähigkeiten zu wissen.

„Witchmark“ ist zu drei Teilen fluffige Liebesgeschichte, zu zwei Teilen Murder Mystery mit weitreichenden Konsequenzen und zu einem Teil gesellschaftskritischer Fantasy-Epos. Eine nicht unbedingt tiefgängige, aber unglaublich unterhaltsame Mischung, meiner Meinung nach. Dabei lebt die Geschichte vor allem von den Charakteren, denn auch wenn Setting und Worldbuilding durchaus gut gemacht sind, kriegt man von Miles und seinem Gentleman erstmal wesentlich mehr mit, während sich die Welt im Hintergrund entfaltet. Dabei sind die, wie schon gesagt, eher fluffige Liebesgeschichte und die daran beteiligten Figuren zwar nicht frei von Klischees, aber ich fand sie sehr sympathisch und angenehm vielschichtig.

Insgesamt konnte mich CL Polk mit „Witchmark“ wirklich überzeugen – der Roman ist unterhaltsam auf eine nicht besonders komplexe Art und Weise und hat mich einfach gut unterhalten. Die deutsche Übersetzung „Witchmark: Die Spur der Toten“ von Michelle Gyo ist ebenfalls gut gelungen, aber da ich mich irgendwie tierisch am Wort „Gesternter“ aufgehängt habe, hatte ich ein paar Probleme damit. Trotzdem, insgesamt eine schöne queere Romance, die ordentlich Spannung und Magie mitbringt. Ich bin jedenfalls schon wahnsinnig gespannt auf den zweiten Band, „Stormsong“, in dem es mehr um Miles Schwester Grace gehen wird. Immerhin muss ich dafür nur noch bis zum 11. Februar warten, juchee!


Für Fans von…

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Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier ?

2 Kommentare

Kommentieren

Hach, ich bin viel zu selten hier in deinen Kommentaren, liebe Rike *shame*.
Danke für deinen Tipp, das leuchtende Cover hat es mir ja eh schon von Beginn an angetan 😀
Allerdings würde ich auch die Übersetzung lesen, auf jeden Fall kommt sie auf die Wunschliste. Oops, ich glaube, da ist sie sogar schon.
LG
Sandra

Hallo Rike,

tut mir echt Leid, dass dich die Übersetzung so gestört hat. aber ich kann das SO, SO gut nachvollziehen. Eine gute Übersetzung ist echt Gold wert.
Ich habe mir die deutsche Ausgabe jetzt trotzdem mal auf die Wunschliste notiert. Vielleicht reicht sie mir ja aus 🙂

Ganz liebe Grüße
Chrissi

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