Comics kurzgefasst #1

Ich bin momentan (also eigentlich seit Monaten) ziemlich unmotiviert Rezensionen zu schreiben. Gleichzeitig lese ich aber nicht wirklich weniger als vorher und vor allem lese ich immer mehr Comics. Comics, die ich euch auch gerne vorstellen möchte und deshalb gibt es jetzt jeden Mittwoch einen Beitrag in der Kategorie „Comics kurzgefasst“. Darin werde ich immer fünf Comics vorstellen und euch meine Meinung zu ihnen in ein paar Sätzen verraten. Los geht’s!

Friendship to the Max!

Zodiac Starforce: By the Power of Astra

von Kevin Panetta (Story) und Paulina Ganucheau (Art, Colors, Lettering & Cover)

Ich hatte eigentlich schon mal eine ausführliche Rezension zur ersten „Zodiac Starforce“ Volume geschrieben, aber die ist offenbar beim Blogwechsel verschwunden. Oder ich bin einfach zu blöd sie zu finden. Jedenfalls gibt es hier jetzt eine neue Kurzmeinung zum Comic!

Zugegeben, gekauft habe ich den Comic hauptsächlich aufgrund der Optik – er ist sooo pink! ? Die Panels sind eigentlich durchgehend bunt – oft in sehr knalligen Farben, manchmal eher pastellig, immer aber irgendwie rosa. Im Verlauf der nächsten „Comics kurzgefasst“ Beiträge wird sich zeigen: Ich mag knallbunte Comics. Da ist dieser hier keine Ausnahme, und Paulina Ganucheau trifft meinen Geschmack nicht nur mit ihrer Farbwahl, sondern auch ihrem Zeichenstil ganz genau.

Es war allerdings nicht alles an dem Comic so ganz mein Geschmack bzw. ist mir der Einstieg einfach etwas schwer gefallen. Denn man wird als Leser direkt ins Geschenhen geworfen, die Origin-Story des Teams, ihrere ersten Kämpfe, und wie sich Freundschaft und Zerwürfnisse zwischen ihnen entwickelt haben, erfährt man so erstmal nicht. Das ist an sich ja nichts Schlimmes, ich habe dadurch aber halt nicht ganz so gut in die Geschichte gefunden.

Insgesamt eine tolle Story, die mich vor allem auch durch die positive Darstellung von Freundschaft zwischen Mädchen/Frauen überzeugen konnte, sowie die diversen Charaktere, denn neben mehreren WoC in den Hauptrollen, gibt es auch eine f/f-Romance. Und Victorian Starforce! Ich hoffe so, so sehr, dass es in Vol. 2 mehr Victorian Starforce zu sehen gibt …

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Enthält Zodiac Starforce Issue #1 – #4

Spell on Wheels

von Kate Leth (Story), Megan Levens (Art) und Marissa Louise (Colors)

Drei Hexen und ein Roadtrip! Das ist, quasi, die Grundtstory von „Spell on Wheels“, dem ersten Kate Leth Comic, der es in diese Beitragsreihe geschafft hat – ich kann euch jetzt schon versprechen, dass weitere folgen werden!

In „Spell on Wheels“ machen sich die drei jungen Hexen Claire, Jolene und Andy auf, um magische Artefakte, die ihnen gestohlen wurden, zurückzuholen und den Dieb zu stellen. Neben Magie und allerlei kuriosen Begegnungen steht dabei vor allem die Freundschaft der drei jungen Frauen im Mittelpunkt. Hier und da wird es zwar auch mal etwas romantischer, das ist aber immer nur Geplänkel am Rande – da spielen Empowerment und die Auseinandersetzung mit Sexismus eine sehr viel größere Rolle.

Megan Levens Artwork harmoniert großartig mit den Farben, die Marissa Louise darübergelegt hat, auch wenn der Zeichenstil nicht zu 100% mein Ding ist. Aber er passt zur Geschichte, sowohl zu den amüsanten, leichteren Momenten, wie auch zu den ernsteren und düsteren Szenen oder den magischen Ritualen. Die Atmosphäre passt einfach und ohne diese Atmosphäre wäre der Comic zwar thematisch immer noch nicht uninteressant, aber trotzdem nicht annähernd so lesenswert.

Ein rasanter Roadtrip, der anfangs zwar ein paar Infodumps enthält, dann aber schnell fesselnd wird. Voller Magie, starker Freundschaft und jede Menge Diversität und Feminismus. Dazu kommen Action, Mystery und ein bisschen romantisches Knistern und fertig ist ein toller Comic, von dem ich gerne mehr lesen möchte!

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Enthält Spell on Wheels Issue #1 – #5

Ladycastle

von Delilah S. Dawson (Story), Ashley A. Woods (Art), Rebecca Farrow (Art) und Rebecca Nalty (Colors)

„Ladycastle“ war eine Empfehlung von Konstanze von Alles außer Lyrik, die mir das erste Heft geschickt hat. Das fand ich schon nach wenigen Panels absolut klasse, und da ich mit Einzelheften nicht wirklich etwas anfangen kann, habe ich mir promt die Sammelausgabe bestellt – jemand Interesse an dem Heft? ?

Die Idee hinter „Ladycastle“ hat sofort mein Interesse geweckt – eine Burg, deren männliche Bewohner (fast) alle auf einen Schlag sterben und die Damen von Ladycastle (formerly known as Mancastle) daher alleine in ihrer zu allem Überfluss auch noch verfluchten Burg zurücklassen. Ohne die Männer und deren Regeln in ihrem Leben, müssen und können die Ladies also nun selbst aktiv werden. Was dabei rumkommt ist eine lustige, abenteuerliche, wenn auch leider stellenweise etwas holprige Story.

Was mir außerdem negativ aufgefallen ist, war die mangelnde Queerness. Es gibt disabilty rep, (B)WoC und all around female awesomeness, aber keinerlei (offene) queerness. Was einfach strange war. Diese Frauen, eine ganze Burg voll von ihnen, sind quasi zum ersten Mal in ihrem Leben frei zu tun, was sie wollen, zu leben und zu lieben wie sie wollen und auch wenn Romantik sicher nicht im Zentrum der Geschichte steht, hätte ich doch hier und da etwas Queerness erwartet.

Trotzdem hat mir der Comic gefallen. Delilah S. Dawsons Story ist zwar manchmal etwas holprig, einige Witze sind arg over the top und queer rep ist nonexistent, aber ich wurde weitestgehend gut unterhalten und hatte meinen Spaß. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass es noch ein zweites Volume gäbe, in der Geschichte wie Charaktere mehr Tiefe bekommen, aber daraus wird wohl nichts. Schade!

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Enthält Ladycastle Issue #1 – #4 (Complete Limited Series)

Heavy Vinyl Vol. 1 (formerly Hi-Fi Fight Club)

von Carly Usdin (Story), Nina Vakueva (Pencil), Irene Flores (Ink) und Rebecca Nalty (Color)

Der Comic wurde nach den ersten drei Issues umbenannt, läuft aber z.B. bei Amazon aus unerfindlichen Gründen noch unter dem alten Titel. Und wie „Ladycastle“ kommt er mit einer direkten Empfehlung von Konstanze, auch wenn ich ihn unabhängig davon gekauft habe ?

Von den Comics heute ist es der, der mir am wenigsten gut gefallen hat. Das soll nicht heißen, dass er mir schlecht gefallen hat, denn das Konzept hinter „Heavy Vinyl“ und dem Teenage Girl Vigilante Fight Club ist super. Die Charaktere sin divers und cute und, obviously, kick-ass. Aber die ganze Sache hat so viel mehr Potential als in diesem Volume genutzt wurde, weshalb ich sehr auf eine Fortsetzung hoffe.

Artwork und Farben sind cute ohne zu niedlich zu sein, fangen das 90s Feeling hervorragend ein und passen zum Ton der Geschichte, aber die Geschichte ist halt irgendwie noch recht unausgereift. „Heavy Vinyl Vol. 1“ liest sich ein bisschen wie ein Probelauf, ein Pilot, bei dem Ideen und Möglichkeiten angedeutet und ausgelotet werden, aber so richtig umgesetzt wird noch nichts. Und ja, ich wiederhole mich, aber es ist halt einfach das main feeling, das der Comic bei mir hinterlassen hat.

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Enthält Heavy Vinyl Issue #1 – #4

The Backstagers Vol. 1

von James Tynion IV (Story) und Rian Sygh (Art)

Zu „The Backstagers“ wollte ich schon längst was schreiben, eigentlich sollten sie auch ihre eigene Rezension bekommen, aber irgendwie war das nichts. Also kommen sie jetzt hier an die Reihe!

Der Unterschied zu den ersten vier Comics dürfte deutlich sein: Die Backstagers sind nämlich allesamt Jungs, immerhin spielt der Comic auch an einer Jungenschule. Ansonsten überwiegen aber die Gemeinsamkeiten: Auch „The Backstagers“ ist queer, divers, ziemlich abgedreht und Freundschaft ist ein wichtiger Bestandteil der Story.

Und die Story ist super! Der Backstage-Bereich des Theaters an Jorys neuer Schule ist so ganz anders, als er sich das vorgestellt hätte. Größer, gefährlicher, magischer und voller Abenteuer! Und so stolpert der Leser gemeinsam mit Jory, der eigentlich dem Drama-Club beitreten wollte, und eigentlich überhaupt nicht an dieser Schule sein will, in diese fabelhafte Welt. Und trift dort die Backstage-Crew aka. the Backstagers.

James Tynion IV hat mit „The Backstagers“ eine tolle, zuckersüße und gleichzeitig magisch-bedrohlich-abenteuerliche Geschichte geschrieben, die Rian Sygh ganz wundervoll künstlerisch umgesetzt hat. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, ums Dazugehören, es gibt eine super niedliche m/m Romanze, einen trans Charakter und POC und die Repräsentation ist ziemlich großartig – genau wie der Rest des Comics.

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Enthält The Backstagers Issue #1 – #4

Und das war „Comics kurzgefasst #1“! Vielleicht konnte ich ja bei dem einen oder anderen von euch etwas Neugierde auf einen der vorgestellten Comics wecken ? Nächste Woche geht es mit fünf Comics weiter, bei denen f/f Romanzen im Zentrum der Handlung stehen!

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Kategorien: Comics kurzgefasst, Rezensionen
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  • Die Bloggerin

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    Ob wirklich schlecht oder einfach nicht der richtige Zeitpunkt: Dieses Buch habe ich abgebrochen
    💜
    Das war eindeutig nicht mein Buch. Aber so gar nicht.
    💙💙
    Überzeugen konnte mich dieses Buch leider nicht, auch wenn es gute Ideen hatte.
    💚💚💚
    So lala. Dieses Buch war weder gut noch schlecht und wahrscheinlich werde ich es nächste Woche wieder vergessen haben.
    💛💛💛💛
    Dieses Buch war ziemlich gut, aber ein paar Kleinigkeiten haben mich doch noch gestört.
    🧡🧡🧡🧡🧡
    Wirklich, wirklich gut. An dem Buch gab es quasi nichts, das mich gestört hat.
    💖💖💖💖💖💖
    Sooo gut! Ein Buch, das direkt ins Allzeit-Lieblingsbücher-Regal gewandert ist.

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